Wenn Carbonfasern überlastet werden brechen sie, ohne sich vorher zu verformen. Nicht immer ist der Schaden sofort sichtbar. Ist er jedoch einmal da, setzt er sich fort bis zum Materialausfall. Das muss nicht sein, denn defekte Rahmen können durchaus repariert werden. Der Prozess gestaltet sich wie folgt:

Kontrolle: Zunächst wird der Schaden über eine Sichtkontrolle begutachtet. Risse und Schäden werden gemessen und dokumentiert. Anschließend werden diese, wenn möglich, mit einem Endoskop innerhalb des Rahmens untersucht. Auch der übrige Rahmen wird auf eventuelle Schäden untersucht.

Steifigkeitsprüfung: Der defekte Rahmen wird in den Prüfstand gespannt, um die Steifheit zu messen. Hierbei werden die Spurhaltung, die Dreh- und Bremssteifigkeitswerte erfaßt. Erscheint der Rahmen schwächer als es der sichtbare Schaden erklären kann, können zusätzliche thermographische Messungen durchgeführt werden, um versteckte Schäden aufzuspüren (Zusatzkosten).

Freilegen des Schadens: Sobald alle geschädigten Bereiche gefunden worden sind, werden diese durch das Abschleifen der Farbe freigelegt. Dann werden die einzelnen Carbonschichten (Schichtstärke ca. 0,15 mm) so weit erforderlich abgeschliffen. Die unterste Schicht wird nach Möglichkeit nicht entfernt, denn sie stellt das Fundament für den Neuaufbau dar.

Planung des CFK-Lagenaufbaus: Auf Basis des Lagenplans des Herstellers und der Schadensstelle wird ein neuer Lagenplan konzipiert, der eine Festigkeit garantiert, die mindestens der Vorlage entspricht: Um dieses Ziel zu erreichen, müssen oftmals verschiedene Carbonfasertypen kombiniert werden.

Legen der Fasern: Unter Verwendung spezieller Epoxy-Kleber werden die Fasern gemäß des vorher bestimmten Konzeptes aufgelegt. Der Rahmen wird dann zur Aushärtung des Epoxy-Klebers einem Vakuum ausgesetzt. Das Vakuum garantiert, dass die Fasern gut verbunden werden und die Luft zwischen den Schichten komplett entweicht.

Vorbereitung des Finish: Nach dem Aushärten wird die Reparaturstelle ein zweites Mal geschliffen und gesäubert. Eine erneute Messung der Steifigkeit muß bestätigen, dass die Messwerte der Spezifikation entsprechen. Erst dann kann der Rahmen lackiert werden.